Ja und Nein
Mehr als Grenzen setzen
Wie viel von dir bleibt unausgesprochen, damit die Verbindung zu anderen sicher bleibt?
Manchmal sagen wir Ja, obwohl wir Nein fühlen.
Wir nehmen unsere Wünsche zurück, spüren jede Stimmung im Raum und suchen die passenden Worte, damit niemand enttäuscht oder verärgert ist.
Vielleicht haben wir früh gelernt, dass Anpassung uns schützt. Dass es sicherer ist, unkompliziert zu sein, Erwartungen zu erfüllen und die eigenen Gefühle leise werden zu lassen. Daran ist nichts beschämend. Es kann ein kluger Versuch gewesen sein, Nähe und Zugehörigkeit zu bewahren.
Doch wenn wir ständig damit beschäftigt sind, es anderen recht zu machen, verlieren wir manchmal den Kontakt zu uns selbst. Was möchte ich eigentlich? Wo liegt meine Grenze? Was sage ich gerade nicht?
Der Weg zurück darf behutsam sein. Wir dürfen die alten Schutzstrategien würdigen und zugleich entdecken, dass heute neue Möglichkeiten dazukommen können.
Vielleicht beginnt es mit einer kleinen Pause vor dem nächsten Ja. Mit einem ehrlich ausgesprochenen Wunsch. Mit der Erfahrung, dass eine Verbindung auch Unterschiede aushalten kann.
Ein paar Fragen für einen stillen Moment:
- Wann habe ich mich zuletzt geschämt, weil ich ein Gefühl, einen Wunsch oder eine Grenze gezeigt habe?
- Welche Befürchtung war damit verbunden – und kenne ich sie von früher?
- Was hätte mein jüngeres Ich damals gebraucht? Kann ich ihm heute mit etwas Wärme begegnen?
- Und wenn ich keine Angst vor Ablehnung hätte: Was würde ich in meinem Leben verändern?
- Du musst darauf nicht sofort eine Antwort finden. Vielleicht reicht es heute, dir selbst zuzuhören.
- Auch deine Gefühle, Wünsche und Grenzen dürfen in deinen Beziehungen Platz haben.













