Selbst mit Leid
Wenn Selbstmitleid zum Opfer macht
„Du machst dich selbst zum Opfer, wenn du dich zu sehr selbst bemitleidest.“
Ein unbequemer Satz. Und doch steckt darin etwas, worüber es sich nachzudenken lohnt.
Traurigkeit gehört zum Menschsein. Schmerz, Tränen und Verzweiflung brauchen Raum. Sie wollen gesehen und gefühlt werden. Das ist etwas anderes als Schwäche.
Doch manchmal geschieht etwas Besonderes
Aus berechtigtem Schmerz wird eine Identität. Aus einer Wunde wird ein Zuhause. Dann kreisen die Gedanken immer wieder um das, was uns angetan wurde, um das, was fehlt, um das, was hätte anders sein sollen.
Die Tränen werden zu Brunnen.
Alte Ängste werden schwer.
Und das Leben beginnt, sich um die eigene Geschichte zu drehen, statt um die Möglichkeiten, die noch vor uns liegen.
Heilung bedeutet nicht, Leid zu leugnen.
Sie bedeutet auch nicht, sich zusammenzureißen.
Heilung beginnt dort, wo wir beides würdigen
das verletzte Herz und zugleich den Teil in uns, der mehr ist als seine Verletzungen.
Wir sind nicht verantwortlich für alles, was uns widerfahren ist.
Aber wir können Verantwortung dafür übernehmen, wie wir heute damit weitergehen.
Denn zwischen Opfersein und Lebendigsein liegt manchmal nur ein kleiner Schritt.
Nicht die Frage
„Warum ist mir das passiert?“,
sondern:
„Was möchte durch mich trotz allem noch gelebt werden?“
(inspiriert von Christopher Titmuss, From the Edge of Time)













