Inneres Kind & Dialog
Zwei Begriffe, die man häufig hört ...
... und vielleicht gerade deshalb manchmal ein bisschen zu schnell benutzt.
Aus meiner Sicht lohnt es sich, genauer hinzuschauen.
Wir begegnen uns in Beziehungen nicht als „ein inneres Kind“. Und auch nicht als ein klares, einheitliches Selbst, sondern als ein lebendiges Zusammenspiel
verschiedener innerer Anteile – mit unterschiedlichen Bedürfnissen, Erfahrungen und Schutzstrategien.
Manche davon sind kindlich geprägt.
Andere sehr erwachsen, regulierend, orientierend.
Und je nachdem, welche gerade aktiv sind, verändert sich vieles:
… wie wir zuhören
… was wir verstehen
… wie wir reagieren
Deshalb reicht „Zuhören“ allein oft nicht aus, denn wir hören nie neutral – sondern immer aus einem inneren Zustand heraus.
Genau hier beginnt für mich echter Dialog.
Nicht als Technik, sondern als ein Prozess, in dem sich etwas verschiebt vom automatischen Reagieren hin zu einem kurzen Innehalten, vom „Ich weiß schon, was du meinst“, hin zu echtem Wahrnehmen, vom Sprechen aus alten Mustern hin zu einem Sprechen aus dem, was gerade wirklich da ist.
Dialog entsteht dort, wo Menschen sich nicht nur Inhalte mitteilen, sondern sich in ihrem Erleben zeigen können – während sie gleichzeitig in Kontakt bleiben.
Wo also nicht nur gesprochen wird, sondern auch wahrgenommen wird, was gerade in mir passiert – und zwischen uns?
Und genau dadurch entsteht oft etwas Neues- mehr Klarheit, mehr Verbindung, mehr Beweglichkeit.
Manchmal bedeutet Entwicklung nicht, noch besser zuzuhören, sondern zu lernen, auf die eigenen inneren Prozesse Einfluss zu nehmen.
Damit Begegnung überhaupt wieder möglich wird.











