Die "Arbeit" mit ...
manchmal zu kurz gegriffen
Warum „Innere-Kind-Arbeit“ manchmal zu kurz greift und der Begriff zu unachtsam benutzt wird.
Der Begriff „inneres Kind“ berührt viele Menschen. Er kann weich machen, Zugang schaffen und helfen, alte Verletzungen wahrzunehmen.
Und trotzdem ist er aus hypnosystemischer Sicht nur eine Metapher.
Wir haben nicht ein inneres Kind in uns, sondern viele innere Zustände, Anteile, Erfahrungsnetzwerke und alte Bahnungen, die durch frühere Erlebnisse entstanden sind. Ein Blick, ein Satz, ein Schweigen, Verlust, Beschämung oder ein Moment von Verlassenheit kann im Nervensystem Spuren hinterlassen haben.
Später werden dann alte Muster wieder aktiviert.
Körperzustände, Gefühle, Erwartungen, Schutzbewegungen, Bilder, Sätze und Überlebensintelligenz.
Dann zeigt sich ein Anteil nicht als festes Ding, nicht als Diagnose, sondern als aktuell aktiviertes Erleben, das früher einmal Sinn gemacht hat. Vielleicht ein verletzter Anteil, ein wütender Anteil, ein erstarrter Anteil, ein kontrollierender Anteil, ein angepasster Anteil oder ein Anteil, der kämpft, obwohl heute gar kein Krieg mehr ist.
Genau hier wird die Arbeit feiner.
Denn es geht nicht darum, ein inneres Kind zu reparieren, sondern ein inneres System zu verstehen.
Mit Würdigung, Langsamkeit und Respekt vor allem, was einmal geholfen hat.
Die Frage ist dann nicht nur
„Was braucht dein inneres Kind?“
Sondern eher
„Welcher Anteil meldet sich gerade?“
„Wofür hat er damals gesorgt?“
„Welche Kompetenz steckt in dieser Reaktion?“
„Was braucht dieses Erleben heute, damit es nicht mehr allein handeln muss?“
So wird aus einem Symptom eine sinnvolle Schutzbewegung und aus dem Begriff „inneres Kind“ eine poetische Beschreibung für alte Erlebniszustände, die im Heute wieder auftauchen können.
Heilung beginnt vielleicht dort, wo wir nicht mehr fragen, was mit uns falsch ist, sondern neugierig werden, welcher Teil von uns gerade versucht, uns zu schützen.
Auch wenn seine Mittel von gestern sind.











