Story Follows State
gedachtes Denken überdenken
Manchmal glauben wir, wir müssten nur „anders denken“, positiver sein, unsere Gedanken besser im Griff haben – und dann würde es uns besser gehen, dann würden sich Konflikte lösen, dann würden wir uns leichter fühlen.
Doch oft ist es genau andersherum.
Nicht unsere Gedanken bestimmen, wie wir uns fühlen.
Sondern unser innerer Zustand bestimmt, welche Gedanken überhaupt entstehen können.
Unser Nervensystem, unser Stresslevel, unsere innere Weite oder Enge – all das wirkt wie ein Filter, durch den wir die Welt sehen. Und durch diesen Filter entsteht unsere ganz persönliche Geschichte.
Wenn wir erschöpft sind, überfordert, innerlich angespannt, dann werden unsere Gedanken enger, kritischer, oft auch härter – mit uns selbst und mit anderen. Plötzlich tauchen Sätze auf wie: „Ich werde nicht gesehen“, „Ich schaffe das nicht“, „Ich bin allein damit“.
Und das fühlt sich in diesem Moment absolut wahr an.
Doch vielleicht kennst du auch diese anderen Momente: Du bist ruhiger, mehr bei dir, hast vielleicht gut geschlafen oder dich verbunden gefühlt – und plötzlich erscheinen dieselben Situationen in einem ganz anderen Licht. Mehr Verständnis ist da, mehr Weite, mehr Möglichkeiten.
Die Situation hat sich nicht verändert.
Aber dein Zustand.
Und damit auch deine Geschichte.
„Story follows state“ bedeutet genau das:
Unsere Gedanken sind nicht die objektive Wahrheit – sie sind Ausdruck unseres aktuellen inneren Erlebens.
Das kann unglaublich entlastend sein.
Denn dann müssen wir nicht gegen unsere Gedanken kämpfen oder uns zwingen, „positiv“ zu denken.
Stattdessen dürfen wir weicher werden und uns fragen:
Wie geht es mir gerade wirklich?
In welchem Zustand bin ich?
Und was würde mir jetzt helfen, ein kleines Stück mehr in Ruhe, Sicherheit oder Verbindung zu kommen?
Manchmal ist es ein Atemzug.
Ein Moment der Pause.
Ein Gespräch.
Ein Spaziergang.
Oder einfach die Erlaubnis, gerade so zu sein, wie es ist.
Und oft geschieht dann etwas ganz von selbst:
Mit dem Zustand verändert sich auch die Geschichte.
Vielleicht ist das einer der liebevollsten Perspektivwechsel überhaupt:
Dass wir nicht falsch sind mit dem, was wir denken und fühlen – sondern dass unser System gerade genau so reagiert, wie es kann.
Und dass Veränderung nicht dort beginnt, wo wir uns innerlich korrigieren,
sondern dort, wo wir beginnen, uns wirklich zu begegnen.
Unsere Gedanken sind keine Fakten.
Sie sind Zustände – in Worte gefasst.






